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BLAUPUNKT BERLIN IQR 88 SUPER RARE!!!!!!! WILL NOT LAST | $750.00 | 27d 23h 3m | |
In den Siebzigern verließen einige Tausend linke Studenten die Hörsäle und gingen in die Fabriken, um die Einsichten von Marx mit den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Fabrikarbeiter und anderer Lohnabhängiger zu konfrontieren. Jan Ole Arps hat in seinem Buch »Frühschicht« die linken Fabrikinterventionen der siebziger Jahre untersucht.
Interview: Pascal Jurt In Ihrer Studie untersuchen Sie die gesellschaftlichen und historischen Bedingungen, unter denen politische Aktivisten und Intellektuelle mit Marx, Lenin, Mao oder operaistischen Schriften im Gepäck vor dem Fabriktor, aber auch innerhalb der Fabrik die Arbeiterschaft zu agitieren versuchten. Sie haben zahlreiche Interviews mit ehemaligen Aktivistinnen geführt. Was waren das damals für Gründe, die junge Linke dazu brachten, in die Fabrik zu gehen? Der Aufbruch von 1968 war für die Beteiligten eine existenzielle Erfahrung, die im Zeitraffer ganze Lebensentwürfe umkrempelte. Eben noch brave Studentin, jetzt schon auf der Barrikade. Mit dem Tempo, in dem sich das Leben der Einzelnen veränderte, hielten die gesellschaftlichen Entwicklungen aber nicht Schritt. Die politischen Erfolge der Bewegung waren ja bescheiden: Weder konnte sie die Notstandsgesetze verhindern noch nach dem Attentat auf Rudi Dutschke auch nur für einen Tag die Auslieferung der Zeitungen des Springer-Konzerns verhindern. Das hinterließ ein Gefühl der Ohnmacht. Dagegen: Als im September 1969 Arbeiter verschiedener Branchen wilde Streiks anzettelten, wurden ihre Forderungen meist nach wenigen Tagen erfüllt. Das machte Eindruck auf die Studenten. Hinzu kommt, dass die Fabrik in den sechziger Jahren noch von absolut zentraler Bedeutung war, fast die Hälfte der Erwerbstätigen arbeitete in der Produktion. Und in den Nachbarländern Italien, Frankreich, England wurde heftig gestreikt. Da lag der Gedanke nicht fern, dass das auch in Deutschland möglich sein müsste – wenn man etwas nachhilft. In die Betriebe oder in die Bevölkerung zu gehen, war der logische nächste Schritt für viele und ein vielversprechendes Abenteuer!